Privates
Ja, ich weiß schon, die Neugier ist immer groß: Wer steckt eigentlich hinter
so einem Projekt? In groben Zügen kann ich Euch das verraten: Ich bin Baujahr 1957,
von Beruf Diplom-Ingenieur, und beschäftige mich seit nun 30 Jahren mit dem Programmieren.
Damals hatte ein Informatik-Dozent einen Commodore 7000, diese trapezförmigen Blechkisten
mit sagenhaften 32kB Hauptspeicher, mit in die Vorlesung gebracht. PC's gab es noch
nicht. Unsere "Programme" mußten wir noch in Lochkarten stanzen. Aber das hatte
mich so fasziniert, dass ich seitdem jede neue Rechnergeneration haben und mir für
jegliche rechenaufwendigen Arbeiten ein kleines Programm schreiben mußte. Das
Programmieren war aber immer nur ein privates Hobby und ich habe es
nie hauptberuflich ausgeübt. Spaß macht das Ganze natürlich nur, wenn ein solches
Projekt auch Anwendung findet. Und so bin ich in den letzten Jahren ausschließlich
bei dem Projekt GPS-Track-Analyse hängen geblieben, da es doch einen sehr
hohen Zeiteinsatz erfordert. Damit wäre auch geklärt, welches zeitlich gesehen,
mein Haupt-Hobby ist.
An zweiter Stelle folgte in den letzten Jahren das Motorrad fahren, früher war das mal
anders herum, aber im fortgeschrittenen Alter muß man halt Prioritäten setzen. ;-)
Mittlerweile habe ich das Motorrad fahren ganz aufgegeben. Na ja, und so nebenbei, wenn
es sich denn ergibt, widme ich mich noch ganz gern der Fotografie, wobei ich ein Fan der semiprofessionellen Digitalkameras
von Nikon bin.
Mehr gibt es eigentlich nicht zu verraten, bzw. gehört nicht hier hin. ;-)
Den ganz neugierigen Motorradfahrern unter Euch, möchte ich aber nicht meine
Geschichte eines typischen Motorradfahrers vorenthalten:

Angefangen hat es wie bei vielen Jugendlichen damals. Was 2 Räder hatte, mußte
auch einen Motor haben. Der 15. Geburtstag war für so etwas der Stichtag. Als erstes
stand also ein Mofa vor der Tür. Eine
Garelli mit Sachs-Motor
und stehendem Zylinder, der sah wenigstens wie ein Motorradmotor aus. Um dem auch
etwas näher zu kommen, wurde kurzerhand der Zylinderkopf etwas abgedreht - 25 km/h
ist was für Fahrradfahrer. ;-) Auch das reichte natürlich nicht lange und
der 4-er für eine 50'er wurde gemacht. Leider reichte auch das Geld nicht für eine
Hercules Ultra LC, der damalige Traum aller 16-jährigen, und so wurde es eine holländische
Starflite mit dem guten Sachs-Motor. Dann kam der erste Karriereknick:
Mit 18 das erste Auto mußte schon sein. Aber es dauerte natürlich nicht lange
und 1976 hatte mein Fortbewegungsmittel wieder 2 Räder.
Eine
Yamaha RD 125 AS3, 2 Zylinder, Zweitakter, 15 PS. Viel Krach, viel Rauch, hat
gut gesoffen und schaffte immerhin knappe 130 km/h. Da die Scheibenbremse ihren
Namen bei Nässe überhaupt nicht verdiente, haben wir sie kurzerhand professionell
selbst gelocht, was aber dem TÜV leider überhaupt nicht gefiel. Aber gut gebremst
hat sie.
Die Touren wurden immer ausgedehnter und die Entfernungen größer. Das war nichts
für die RD, dafür war sie auch nicht zuverlässig genug. Mein Traum war eine Kawasaki
Z 750 B, ein wunderschöner Twin. Aber als Student reichte mal wieder das Geld nicht
für den damals extrem teuren Unterhalt eines großen Moppeds. Und so kaufte ich mir
1978 eine
Honda CB 250 T, ein Twin mit offiziellen 17 PS, der aber
garantiert ein paar mehr hatte. Etwas aufgerüstet mit Koffern und einer Lenkerverkleidung
von der BMW R 900 (freies Zubehör war damals Mangelware und nur sehr schwer zu bekommen),
erreichte sie mit zwei Personen und Gepäck auf der Autobahn ohne Schwierigkeiten
ihre 140 km/h.
Und die kleine CB war durchaus standfest und reisetauglich. Einmal trug sie uns
voll bepackt quer durch die Schweiz und die ganzen Westalpen bis Nizza. Die größte
Tagesetappe waren einmal knapp 900 km nur über Bundesstraßen. Auf die Idee würde
ich heute noch nicht mal kommen, jedenfalls nicht mit einem solchen Mopped.
Auf Dauer wurde die 250'er bald zu klein und ich verguckte mich 1980 in eine blaue
Honda CB 650 mit einem Vierzylinder. Über die Jahre kamen Koffer,
Topcase und eine Polaris Tourenvollverkleidung dazu, die ich auf der IFMA in Köln
direkt aus England ordern konnte. Die CB 650 war grundsätzlich schon ein tolles Motorrad,
und so aufgerüstet war sie eine hervorragende Tourenmaschine, mit der
wir einige Jahre sehr viel unterwegs waren.

Später erging es mir wie vielen anderen auch. Beruf, Familie usw. ließen keine Zeit
mehr für das Hobby und so hatte ich noch eine
Honda XL 500 mit
Yoshimura-Motor für den kleinen Spaß am Wochenende. Eine große Kiesgrube war gerade mal 300 m entfernt. ;-)

Die folgenden Jahre ohne Mopped wurden einem von den Designern Anfang der 90'er
ja nicht besonders schwer gemacht. Trotzdem schaute man immer gern mal durch das
Schaufenster eines Motorradladens. Ende 1996 blieb dann mein Blick an einer
Yamaha Virago 635 S hängen. Eigentlich gar nicht mein Stil, aber irgendwie
schöne Proportionen, sauber gebaut, mit viel Liebe zum Detail. Kurzum, diese Virago
läutete die Ära eines typischen Wiedereinsteigers ein. Und ich muß zugeben, sie
hat mir viel Spaß gemacht.
Aus dem Wiedereinstieg mit dem Argument
man kann ja an einem schönen Sonntag mal
eine kleine Runde drehen, wurde natürlich recht schnell mehr.
Und jeder Moppedfahrer hatte in seiner Jugendzeit mal ein Traummotorrad, welches
er aber nie besaß. Bei mir war es die
Honda GL 1100 GoldWing, die
ich zu unserer Zeit, als wir sehr viel unterwegs waren, gern gehabt hätte. Nach
gründlichem Studium der einschlägigen Annoncen, konnte ich mir den Traum dann
doch noch einmal erfüllen: Ich fand eine GL 1100 von 1984, in absolut neuwertigem
Zustand.
Diese GL leitete eine neunjährige GoldWing-Ära ein.
Unsere Touren wurden immer länger, meine Frau bekam ihr Traummotorrad, eine Kawasaki
Zephyr 750, und unsere Tochter war groß genug, um sicher mitfahren zu können. Aber
Tagestouren von bis zu 400 km mit Kind auf einem
normalen Motorrad? Von den
geplanten Urlaubsreisen ganz zu schweigen. Das sollte man nicht machen und ist auch
nicht sicher genug, wenn die kleine Sozia hinten mal müde wird.
So kam es dann, das ich mich 1999 nach einer richtigen Reisemaschine umsah, auf
der unsere Tochter sicher saß und die auch genug Gepäck für einen Urlaub speichern
konnte. Was lag da für mich näher, als wieder eine Honda GoldWing. Ende des Jahres
erstand ich dann eine graue
Honda GL 1500 GoldWing Aspencade von
1988.

2002 folgte dann eine neuwertige
GL 1500 SE von 1998 in schwarz/silber.
Mit den GoldWings haben wir viele Touren gemacht, sind kreuz und quer durch die
Alpen und die Dolomiten gekurvt. Zugegeben, als ich meine erste 1500'er abgeholt
hatte, sah das wahrscheinlich ziemlich anfängermäßig aus. Man braucht eine Weile,
um sich an das Gewicht zu gewöhnen, aber dann ist man erstaunt, wie leicht sich
diese GoldWings dirigieren lassen. Selbst das Pässe fahren macht richtig Spaß, woran
der Motor nicht ganz unschuldig ist. Seidenweich schiebt er selbst am Paß vollbeladen
aus 1500 U/min kräftig an.
Die GoldWing war, ist und bleibt wahrscheinlich die beste Reisemaschine aller Zeiten.
Das Beste an Ihr ist der seidenweiche, extrem kraftvolle Sechszylinder, oft versucht zu kopieren,
aber immer daran gescheitert.
Wer eine Reisemaschine sucht, dem empfehle ich eine Probefahrt - Er wird begeistert sein.
Und den Skeptikern und Lästermäulern empfehle ich auch eine Probefahrt -
Sie werden ihr
blaues Wunder erleben.
Trotz der Schwärmerei war die GoldWing-Zeit bei mir dann auch irgendwann erst mal vorüber,
was nicht an der GoldWing selbst lag. Ich war schon immer neugierig auf was anderes
und unsere Tochter war mittlerweile erwachsen und fuhr nicht mehr mit. So stand
mir bald der Sinn nach etwas ganz anderem. Nach langer Suche und einigen Probefahrten
unterschiedlichster Motorräder, hatte ich mich dann im August 2006 entschieden:
Es wurde eine
Suzuki V-Strom DL650 ABS K7, ganz in Anthrazit und
Schwarz. Weil sie mir unten um den Motor herum etwas zu nackt war, bekam sie gleich
noch einen Motorschutzbügel, einen Unterfahrschutz, Hauptständer und oben herum
Handprotektoren spendiert. Was mir an ihr besonders gefiel? Das super Fahrwerk,
das dieses Mopped so extrem handlich und jederzeit gutmütig anfühlen ließ. Und sie machte
auf kleinen und kleinsten Straßen einfach einen mordsmäßigen Spaß.
Mittlerweile habe ich das Motorrad fahren endgültig aufgegeben, wobei aber eine
normale Dose als Ersatz nicht unbedingt akzeptabel gewesen wäre. ;-) Ein
variabler Deckel sollte schon sein, damit einem wenigstens etwas Frischluft um
die Nase weht. So wurde es letztendlich ein
Astra G Cabrio in
Karbon-Schwarz, welches noch eines der letzten Cabrios ist, die vom legendären
Spezialisten Bertone in Italien designed und hergestellt wurden. Und ich muß
zugeben, dass auch diese Art des Tourens mächtig Spaß machen kann.